Wann ist eine Lipidapherese indiziert?

Die Indikation für die LDL-Apherese besteht bei Patienten mit einer schweren Fettstoffwechselstörung (Hyperlipidämie), die durch eine fettmodifizierte Ernährung und medikamentöse Lipidsenkungstherapie nicht zu beherrschen ist. Diese Patienten haben unbehandelt gegenüber der Normalbevölkerung ein deutlich erhöhtes kardivaskuläres Risiko und damit ein signifikant erhöhtes Sterberisiko. Grundsätzlich kommen Patienten für eine Behandlung in Betracht, die eine nachgewiesene Fettstoffwechselstörung haben, die medikamentös nicht ausreichend behandelbar ist, und die bereits an einer Gefäßverkalkung leiden. Weitere Risikofaktoren für Gefäßverkalkungen müssen ausgeschlossen bzw. ebenfalls unbehandelt sein.

Für die Behandlung der Apoprotein (a) Erhöhung stehen derzeit medikamentös kaum ausreichend Behandlungsmethoden zur Verfügung. Derzeit wird versucht mit so genannten Nikotinsäurederivaten eine Beeinflussbarkeit dieser Fettstoffwechselstörung nachzuweisen. Im Falle einer Arteriosklerose und dem Vorliegen einer lp(a) Erhöhung ist nunmehr auch in Deutschland die Möglichkeit einer Apheresebehandlung nach einer Entscheidung des gemeinsamen Bundesausschusses beschlossen.

Welche Aphereseverfahren stehen in Deutschland zur Verfügung?
  • Direkte Adsorbtion von Lipiden (Dali - Firma Fresenius hemocare, Deutschland)
  • Heparininduzierte extrakorporale LDL Präzipitation (H.E.L.P. - Firma B.Braun, Deutschland)
  • Dextransulfadadsorbtion (DAS - Firma KANEKA, Japan)
  • LDL Immunapherese (Firma Plasmaselekt, Deutschland)
  • Membrandoppelfiltration (MDF - Firma Diamed, Deutschland)



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Gefäßzugang:
Bei den meisten Personen reichen normale Venen als Gefäßzugang aus, da ein Blutfluß von maximal 120 ml pro Minute reicht, um eine Apheresebehandlung durchführen zu können. In seltenen Fällen muss aber - ähnlich wie bei einem Dialysepatienten- eine sogenannte AV- Fistel angelegt werden. Dabei handelt es sich um einen kurzen Eingriff, bei dem eine Arterie und eine Vene verknüpft werden um ein Blutgefäß zu bilden, das ausreichend Blut führt, für den Anschluss an ein extrakorporales Kreislaufsystem.

Behandlungshäufigkeit
Nach Entfernung des LDL Cholesterins bzw. des Lipoprotein(a) kommt es zu einem Wiederanstieg dieser Substanzen im Blut des Patienten. Die Wiederanstiegskinetik ist individuell unterschiedlich. Es hat sich bewährt, im Regelfall eine Behandlung pro Woche durchzuführen, die etwa 2-3 Stunden dauert.